Montag, 10. Juli 2017

Durchgelesen: Die Königin der Schatten Band 3

Rezension zu Die Königin der Schatten – Verbannt von Erika Johansen


Verlag: Heyne
Seitenzahl:608
Format: Klappbroschur
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3-453-31588-4
Übersetzer: Sabine Thiele
Band 3









Inhalt:

Kelsea befindet sich in der Gefangenschaft der roten Königin. Im Kerker fristet sie ihr Dasein, während der Anführer ihrer Wache Mace sich seiner übertragenen Aufgabe als Regent und Interimsherrscher über Tearling stellt. Mace Gedanken drehen sich ständig um die Frage, wie er seine Königin befreien kann. Nebenher muss er die verschiedensten Herausforderungen meistern. Weiterhin verschwinden spurlos Kinder. Daran Schuld ist ein Mann namens Row Finn, auch genannt „die Waise“, die im Hintergrund seine Pläne schmiedet und eine Legion aus eben diesen Kindern heranzüchtet. Der Avath integriert und versucht Steuerfreiheit für die Kirche durchzusetzen. Hierfür ist ihm jedes Mittel recht. Auch möchte Mace sich dringend um das Problem der Unterwelt von Tearling kümmern. Die Ernte droht auszubleiben und zu allem Überfluss gelang der gefährlichen Hexe Brenna auch noch die Flucht aus den königlichen Kerkern.

Kelsea muss sich erneut mit der Vergangenheit ihres Königreiches auseinandersetzen. Erneut gerät sie an ihre körperlichen und seelischen Grenzen. Hat sie die richtigen Entscheidungen getroffen, als sie den Handel mit der roten Königin eingegangen ist? Was kann sie tun, um ihr geliebtes Tearling vor den Gefahren, die sich erneut anbahnen, zu retten?



Kernaussage:

Erika Johansen stellt sich und dem Leser in ihrem Roman „Die Königin der Schatten“ die Frage, ob der Mensch letztendlich immer nur an sich selbst und seine Nächsten denkt oder ob eine bessere Welt möglich ist.
Auch in Band drei erfährt der Leser mehr über den Konflikt der Königreiche Tearling und Mortmesme sowie dessen Wurzeln. Zugleich taucht er mit Kelsea in die Geschichte ihres geliebten Landes ab. Er erfährt mehr über die Geschichte ihrer Vorfahren und darf sich bald fragen, ob der Weg in eine bessere Zukunft durch individuelle oder kollektive Katastrophen führen muss. Der Text zeigt den Schmetterlingseffekt, auf den auch explizit anhand der Verstrickung der Lebensgeschichten der Protagonisten hingewiesen wird.



Schreibstil:

Band zwei von Erika Johansens Trilogie „Die Königin der Schatten“ endete bereits mit einem Cliffhanger. Kelsea hat sich freiwillig der roten Königin ausgeliefert und das Schicksal von Tearling in die Hände ihrer treuesten Wache Mace gelegt.

Band drei beginnt der Leser aus der Sicht des Fetches. Eines geheimnisvollen und interessanten Charakters, der sich hinter einer Maske versteckt und sich immer wieder auf die Seite der Tearlingkönigin gestellt hat. Ja sogar eine kleine Liebesgeschichte konnte man durch zaghafte Andeutungen in Band zwei vermuten. Wieder einmal scheint der Fetch bereits einiges über die Hintergründe der Geschehnisse zu wissen und wieder einmal scheint er seine Fäden zu spinnen.

Währenddessen befindet sich Kelsea in der Gefangenschaft der roten Königin. Im Kerker kämpft sie um ihr Wohlergehen, während Mace an der Heimatfront kaum Zeit hat Pläne zu schmieden, wie er seiner Königin zur Hilfe eilen kann. Denn Tearling hat mit neuen und alten Feinden zu kämpfen und dieser Kampf droht erneut zu eskalieren.

Dieser Anfang des Buches klingt vielversprechend. Für mich galt es in diesem Roman viele Fragen zu klären. Allen voran: Was wird aus Kelsea, was wird aus Tearling? Aber auch die Geheimnisse rund um den Fetch wollte ich geklärt wissen. Hinzu kamen neue Fragen: Wer ist eigentlich Row Finn? Welche Rolle übt er in Band drei aus. Zugleich erfährt der Leser schon zu Anfang, dass auch die königliche Krone wieder aufgetaucht zu sein scheint. In wessen Händen befindet sie sich und welche Macht geht von ihr aus und wer wird diesen Kopfschmuck letztlich tragen?

Über die Seiten des Buches hinweg musste ich feststellen, dass die Autorin ihre Geschichte gemächlich erzählt. Viele Handlungsstränge wurden in eine Richtung geführt, die ich nicht erwartet hätte und die meinen Erwartungen auch nicht gerecht wurden. Gerade zum Ende des Romans empfand ich einige der „Lösungen“ als zu erzwungen, Entscheidungen und Handlungen der Protagonisten als zu konstruiert.

Wie auch in Band zwei taucht der Leser in dem Abschlussband mit Kelsea in die Vergangenheit ab. Dieses Mal verfolgt er die Geschehnisse nicht aus der Perspektive von Lily, sondern aus dem Gesichtskreis eines neuen Charakters namens Katie. Während der Zweitplot rund um Tearlings Geschichte sich im Vorgänger als durchweg spannend gestaltete, verlor er in Band drei für mich ein wenig an Reiz. Auch hier entwickeln sich die Geschehnisse gemächlich. Jedoch trugen sie letztlich dazu bei den Handlungsstrang zu einem schlüssigen Ende zu führen.

Offene Fragen hat die Autorin zum Ende hin (teils sehr rasch) geklärt. Die einzige Frage, die letztlich noch bleibt, ist die, ob wir nicht alle Opfer und Täter zugleich sind. Ist es die Vergangenheit, die die Zukunft prägt? Ist ein Leben in Frieden und Harmonie überhaupt möglich?



Fazit:

Die Königin der Schatten gehört für mich zu den besten Fantasytrilogien, die ich bislang gelesen habe. Somit freute ich mich sehr auf den dritten Band, auf Antworten auf all die offenen Fragen. Band drei klärte zwar alle Fragen, jedoch werden die viele Stränge manchmal nicht überzeugend zusammenführt. Die feinen Charaktermomente, welche die Vorbände dominierten, kommen hier oft zu kurz. Das etwas überstürzte Ende, eine Spur Vorhersehbarkeit und hier und da etwas zu wenig Tiefe, verhindern daher eine absolute Topbewertung.

Dennoch möchte ich diese Reihe weiterempfehlen. Denn sie überzeugt mit einer Botschaft. Ein Buch für alle, die Romane begeistern können, die nicht gerade von Fantasielosigkeit strotzen, aber trotzdem Inhalte transportieren, über die es sich auch in unser Welt nachzudenken lohnt.



Kurzgefasst:

Spannung/Action:






Charaktere:






Weltenaufbau:






Handlungsstrang:






Schreibstil:






Im Gesamtpaket: 






Ich danke dem Verlag herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

Kommentare:

  1. Liebe Tanja,
    gestern habe ich auch meine Rezi zu Band 3 geschrieben. Deswegen konnte ich heute auch gleich deine lesen^^ ( ist aber noch nicht on)

    Beim Lesen deiner Worte habe ich gerade mit dem Kopf genickt. Mir ging es genauso. Dieses mal fand ich den Ausflug in die Vergangenheit nicht so toll, gerade so im Mittelteil, hatte er zu viel Gewicht.
    Und das Ende, ich weiß nicht ob ich es mag :/ Lässt mich irgendwie unbefriedigt zurück und ein bisschen traurig.
    Und ich muss ehrlich sagen , die Geschichte um den Fetch hat mich enttäuscht. Wie ging es dir da ?
    Liebe Grüße
    Tanja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Tanja,
      ich glaube die Auflösung rund um den Fetch wird viele Leser enttäuscht haben. Gerade, weil er in den Vorbänden so geheimnisvoll dargestellt wurde und sich auch eine kleine Liebesgeschichte angedeutet hat...

      Mit dem Ende erging es mir auch ähnlich. Ich fand es ... okay. Aber es war auch auf eine gewisse Weise sehr traurig. Ich möchte mal nicht zuviel schreiben, um nicht zu spoilern. Aber ich weiß, was du meinst. Ich denke der Autorin ging es in erster Linie um die Aussage hinter der Geschichte. Ein wenig um die Sache mit dem Schmetterlingseffekt. Was meinst du?

      Ich bin sehr gespannt auf deine Rezension. Weißt du schon, wann du sie einstellen wirst? Ich werde gleich mal bei dir stöbern kommen :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

      Löschen
  2. Hi Tanja,
    ich lese das Buch auch gerade, hatte mich sehr darauf gefreut, aber irgendwie ist alles zu wirr, es ist kein richtiger roter Faden vorhanden. Den ersten Teil fand ich damals echt mega, da dachte ich auch, das die Reihe echt genial wird, aber irgendwann war mir auch Kelsea nicht mehr sympatisch. Den zweiten Teil fand ich bereits schwächer als den ersten, aber der dritte bereitet mir gerade echt Probleme. Es war schon schwer genug, nach all der Zeit in die Geschichte hineinzukommen ...

    Naja, mal schauen, ich lese heute wohl das Ende! :D Ich würde deine Rezi dann gerne in meiner verlinken, wenn es okay ist? :D

    Liebe Grüße
    Jessi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Jessi,

      schön, dass du die Sache mit dem Einstieg noch mal erwähnst. Der ist mir auch ein wenig schwer gefallen. Ich habe dann einfach weitergelesen und irgendwann war ich wieder drin.

      Was den roten Faden angeht: Den habe ich gefunden. Allerdings hatte ich Schwierigkeiten mit Auflösung der ganzen Geschichte. Irgendwie habe ich mir ein vollkommen anderes Ende vorgestellt.

      Den zweiten Teil fand ich noch richtig gut. Der dritte konnte für mich dann nicht mehr so ganz mithalten.

      Sehr gerne kannst du meine Rezension bei dir verlinken. Ich würde mich sehr darüber freuen :o)

      Auf deine Rezension bin ich schon sehr gespannt. Ich werde gleich mal bei dir stöbern gehen. Kannst du mir ansonsten einen kleinen Hinweis geben, wenn die Rezension online ist?

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

      Löschen
    2. Hi Tanja :D

      Ja, hab das Buch heute schon beendet, das Ende war ja echt ... hmm, unerwartet. Ich muss sagen, das Ende hat für mich einiges gerettet, die Andeutung zum Schmetterlingseffekt hat mir auch gefallen, insgesamt habe ich das Buch aber nicht mit dem guten Gefühl, eine "tolle Reihe" beendet zu haben zugeschlagen ;( Leider, denn irgendwie haben mir einige Dinge gefehlt ;(

      Das mit dem Fetch fand ich irgendwie unverständlich ;( Er wirkte so geheimnisvoll, da habe ich echt mehr erwartet ;/

      Meine Rezi kommt übrigens am Donnerstag! Hab deine Rezi darunter verlinkt, es ist ja immer interessant für die Leser, auch andere Meinung zu sehen! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

      Löschen
    3. Hallo Jessi,

      okay, da werde ich gleich mal auf deinem Blog stöbern kommen. Mit dem Fetch ist es mir ähnlich ergangen wie dir. Ich fand ihn auch wesentlich stärker in den Vorbänden. Seine "verletzliche Art" kam in Band 3 doch sehr überraschend.

      Ja, mir erging es auch so. Ich fand auch, dass der dritte Band nicht so gut wie die Vorbände war.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

      Löschen
  3. Huhu Tanja,

    ich habe heute morgen das Buch beendet und bin schockiert von diesem Ende. Das macht für mich irgendwie die ganze Reihe kaputt :-( Ich weiß nicht, ob ich es heute schaffe dir per WA zu antworten, aber mir brennt da einiges auf der Zunge :-D
    Ich habe allerdings ein paar andere Kritikpunkte als du ;-)

    Liebe Grüße
    Sandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Sandra,
      über das Ende muss ich auch noch unbedingt mit dir sprechen. Ich werde das mal per Sprachnachricht machen, damit andere Leser nicht gespoilert werden.

      Ich sehe schon, wir haben da ein ganz ähnliches Bedürfnis auf Austausch über die Reihe :o)

      Okay. Da bin ich jetzt doppelt gespannt, welche Kritikpunkte dir noch eingefallen sind. Vielleicht gibt es dann ja wieder so einen "ach ja, stimmt" Moment?

      Ich freue mich schon auf deine Rezension :o)

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

      Löschen
  4. Hey,

    so, ihr war ich nun nachlesen. Wie schon an anderer Stelle gesagt, sehr schade, dass dich das Buch nicht so begeistern konnte, wie die anderen Bücher, wobei ja 4 Sterne auch nicht so schlecht ist.

    Ich muss dir jedoch zustimmen, manche Charakterentwicklungen fand ich auch nicht so gelungen, zum Beispiel bei der roten Königin.

    Ich mochte jedoch Katies Geschichte ebenfalls gerne, weil man so die Welt nach der Überfahrt mit Tears Traum einfach mal erlebt und auch versteht, wieso sie gescheitert ist.

    Wie fandest du das Ende? Viele waren davon ja sehr enttäuscht, aber so wie die Ereignisse sich zugespitzt haben, wäre mir kein Ende eingefallen, was irgendwie noch etwas gut und nicht völlig unrealistisch geworden wäre.

    Liebe Grüße
    Lena

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Lena,
      die Königin der Schatten-Reihe stand bis vor kurzem noch auf Platz eins meiner Lieblingsbuchreihen. Leider fand ich das Ende nicht so gut, wie seine Vorbände.

      Oftmals hatte ich das Gefühl, dass die Konfliktlösungen sehr einfach waren.

      Katies Geschichte musste auf jeden Fall weitergeführt werden, damit man die Hintergründe der Geschichte auch versteht. Jedoch fand ich die Nebengeschichte im zweiten Teil viel spannender und fesselnder. Hier fehlte mir oft ein wenig die Spannung.

      Das absolute Ende. Also das auf den letzten Seiten, fand ich vollkommen in Ordnung. Sicherlich hätte ich mir für Kelsea ein besseres Ende gewünscht, aber ich fand auch, dass es passend war.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja

      Löschen