Freitag, 5. Juni 2015

Durchgelesen

Rezension zu Die Berufene von M. R. Carey


 


Verlag: Knaur
Seitenzahl: 512 Seiten
Format: Taschenbuch
Preis: 14,99 Euro (Ebook: 12,99 Euro)
ISBN: 978-3-426-51513-6


Inhalt:

In einer verlassenen Militärstation beaufsichtigt die Wissenschaftlerin Dr. Caldwell ein Projekt zur Erforschung des Virus, der aus Menschen Hungernde gemacht hat. Ihr besonderes Augenmerk liegt auf den Kindern, die zwar offensichtlich von dem Virus infiziert sind, aber dennoch in der Lage scheinen, klare Gedanken fassen zu können.
Jeden Tag von Montag bis Freitag findet ein Unterricht statt, bei dem ein jedes Kind an einen Rollstuhl gefesselt, die wesentlichen Dinge des Lebens erfährt. Am Sonntag werden die Kinder in ihre Zellen geschlossen und durch Musik über die Beschallungsanlage zum Schweigen gebracht. Alles hat in dieser Station hat seinen Plan. Alles ist durchstrukturiert. Solange, bis eines Tages eine Horde Hungernder auf das Gebäude zustürmt. Nun müssen Dr. Caldwell und ihre Crew die Flucht ergreifen in eine Welt, die nicht sicher ist und dann auch noch mit einem Kind im Schlepptau, was jederzeit zu einer großen Gefahr für sie alle werden könnte.


Charaktere:

Die Handlung des Romanes wird aus der Perspektive von vier durchweg interessanten Charakteren erzählt, die sich allesamt stark voneinander unterscheiden.

Melanie ist ein kleines Mädchen. Sie ist eine Hungernde und gilt den Wissenschaftlern als eines der intelligentesten Forschungsobjekte. Natürlich denkt und handelt sie wie ein Kind, ist dabei aber oft erwachsener als die Personen in ihrer Umgebung. Sie weiß Unvermeidliches zu akzeptieren und geht ihr Leben mit einer Ruhe und Sachlichkeit an, die den anderen Charakteren oft abgeht.

Sergeant Parks ist ein typischer Ex-Militär. Er weiß eine Gruppe zu führen und zusammenzuhalten. Pragmatisch versucht er zu überleben. Für ihn sind die Hungernden der Feind, den es zu besiegen gilt.

Gallagher ist ein ehemaliger Soldat. Er ist schüchtern und ängstlich und erhält seinen Halt durch seinen Vorgesetzten den Sergeant. Von ihm erhält er Befehle und mit Befehlen weiß er umzugehen.

Miss Justineau ist Melanies Lieblingslehrerin. Sie neigt dazu, sich mit den Kindern zu verbrüdern und daher die ihnen innewohnende Gefahr zu verkennen.

Dr. Caldwell ist Wissenschaftlerin. Ihr Lebensziel ist es, den Virus zu erforschen. Ihr besonderes Interesse gilt dabei den infizierten Kindern, die im Gegensatz zu den Hungernden nicht ausschließlich reizgesteuert sind.



Schreibstil:

M. R. Carey schreibt im Präsens und wechselt in der Perspektive zwischen Dr. Caldwell, Gallagher, Seargeant Parks, Miss Justineau und Melanie. Er führt seinen Roman in einem ruhigen, ausführlichen Ton voran. Sein Szenario ist trostlos und düster.

Durchaus gibt es in diesem Buch spannende Szenen. Diese stehen allerdings eher im Hintergrund. Vielmehr scheint der Autor den Blick auf die Entwicklung und das Verhalten der Charaktere, die Entstehung des Virus und das zwischenmenschliche Miteinander zu legen.
So gelingt es ihm z. B. sehr gut den Leser in die kindliche Welt von Melanie mitzunehmen, indem er durch sie die positive Weltsicht in einer Welt, in der Hoffnung Mangelware ist, zum Ausdruck bringt.
Jeder seiner Hauptcharaktere (bis auf vielleicht Melanie) ist auf ein Ziel fokussiert. Bei Dr. Caldwell ist es die Forschung, bei Mrs. Justineau das Unterrichten und der Schutz ihrer Kinder und Sergeant Parks hält seine Gruppe zusammen und erteilt ihnen Befehle. Er braucht Untergebene.

Gerade im ersten Teil des Romans erkennt man eine feste Struktur, die in der Militärstation herrscht. Jeder hat seinen Platz, alles geht seinen gewohnten Gang. Erst, als die Hungernden die Basis überrennen, gerät diese Welt aus den Fugen. Hier entstehen auch erste Spannungen. Sergeant Parks Befehlsgewalt gerät ins Wanken, Dr. Caldwells Forschungsprojekt scheint zu kippen und Mrs. Justineaus Kinder drohen ihr abhanden zu kommen.
Die Gedanken müssen sich umorientieren: Nun heißt es, ums Überleben kämpfen. Eine neue Heimat und mit ihr eine neue Sicherheit zu finden.

Als Leser eines „Zombieromanes“ sollte man sich vorab darüber bewusst sein, dass es zu der ein oder anderen brutalen Szene kommen kann. Bei diesem Roman sollte der Leser zusätzlich in der Lage sein, eventuelle moralische Grundsätze betreffend Kinder auszublenden. Es gibt hier z. B. eine Szene bei der ein Kind bei völligem Bewusstsein die Schädeldecke geöffnet wird.



Fazit:

Die Berufene ist ein ruhiger Zombieroman, der seinen Fokus stark auf den Ausbau seiner Welt und das zwischenmenschliches Miteinander legt. Drama und Action liegen dem Buch fern. Vielmehr setzt der Autor auf möglichst sachliche und detaillierte Beschreibung der Szenen, die seine Charaktere durch ihr Handeln hervorgerufen haben.




Kurzgefasst:


Spannung/Action: 






Liebe: 






Charaktere:







Handlungsstrang:
 





Schreibstil:






Im Gesamtpaket:


Kommentare:

  1. Huhu,

    grundsätzlich fand ich das Buch auch gelungen, nur das Ende war irgendwie nicht so doll und die Auflösung des Ganzen auch nicht. Im Großen und Ganzen war es aber nett zu lesen.

    Viele Grüße
    Steffi

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    1. Huhu Steffi,
      ich fand auch, dass das Buch ganz gut gemacht war. Ein wenig mehr Spannung hätte dem Ganzen gutgetan. Gerade ein Zombieroman bietet da ja einige Möglichkeiten. Vielen Dank für deinen Kommentar :o)

      Liebe Grüße Tanja

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