Montag, 1. Juni 2015

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Rezension zu Bannwald von Julie Heiland








Verlag: FISCHER FJB
Seitenzahl: 352 Seiten
Format: gebunden
Preis: 16,99 Euro
ISBN: ISBN 978-3-8414-2108-1
Altersempfehlung: Ab 14 Jahre

Rights and Permissions:
S. Fischer Verlag GmbH
Hedderichstr. 114
60596 Frankfurt am Main





Inhalt:

Als Robin auf der Flucht vor einem Eber in das verbotene Gebiet der Tauren rennt, stößt sie mit einem von ihnen zusammen. Doch anstatt Robin zu töten, lässt der Unbekannte sie ziehen. Verwirrt von diesem Ereignis kehrt das Mädchen zu ihrem Stamm zurück.
Als sie den Tauren kurze Zeit später wieder trifft, kommt Robin nicht umhin sich Sorgen zu machen. Warum tötet er sie nicht? Spielt er mit ihr und warum lässt er sie nicht einfach in Ruhe?


Charaktere:

Robin ist die Hauptcharakterin dieses Romans. Sie gehört dem von den Tauren unterdrückten Volk der Leonen an. Zwar ist sie aufgrund dieser Tatsache ängstlich, wird aber auch manchmal von ihrer Wut beherrscht. Wenn das passiert, dann setzt ihr rationales Denken aus. Sie wird dann stark und mutig. Robins Schwäche ist, dass sie manchmal Schwierigkeiten hat Gefühle zuzulassen und darüber zu sprechen.

Laurin ist Robins bester Freund. Sein wesentlicher Charakterzug ist seine Gutmütigkeit. Im Gegensatz zu Robin gelingt es ihm (bis auf wenige Ausnahmen), die Probleme anzusprechen.

Emilian ist ein Taure. Er ist selbstbewusst und kennt keine Angst. Ähnlich wie Robin legt er über schwierige Gesprächsthemen auch mal den Deckmantel des Schweigens. Vielleicht ist das ein Grund, warum die Beiden sich in einigen Konfliktsituationen auch ohne Worte verstehen.


Die Welt:

Das Geschehen spielt sich hauptsächlich im Wald ab. Es gibt verschiedene Völker, die hier beheimatet sind. Erwähnt werden in erster Linie die Leonen und die Tauren. Auch die Menschen bekommen einen kleinen Part in dem Roman.

Die Leonen sind eins mit dem Wald. Die Natur erwacht in ihrer Gegenwart zum Leben. Tiere kommen auf sie zu, selbst Pflanzen scheinen mit ihnen zu kommunizieren. Das Volk lebt in völliger Harmonie miteinander. Ihre Magie ist zart. Wenn sie etwas erschaffen, dann ist es schön und ruhig. Leonen heilen, erschaffen und tun Gutes. Sie werden von den Tauren unterdrückt, die ihnen einen bestimmten Waldabschnitt zugeteilt haben. Wenn sie den verlassen, dann droht ihnen der Tod. Monatlich müssen sie Abgaben leisten: Lebensmittel, die knapp sind oder auch mal ein Mädchen, was die Gelüste der Tauren befriedigen soll.

Die Tauren sind das herrschende Volk. Täglich müssen sie ihre Stärke beweisen. Schwäche wird nicht geduldet. Ihre Magie ist schwarz. Sie töten und zerstören damit. Wenn ein Taure erscheint, dann flüchtet die Natur vor ihm. Sie wird ganz still und verhält sich unauffällig.


Schreibstil:

Besonders erwähnenswert ist der wundervolle Schreibstil der Autorin. Der Roman beginnt rasant. In wenigen Worten wird der Leser mit den Völkern und der Hauptcharakterin vertraut gemacht, dann stolpert er auch schon mit Robin in die erste spannungsgeladene Szene.

Auch die Beschreibung der Welt wird mit sehr viel Leidenschaft präsentiert. Der Leser riecht, schmeckt, sieht und fühlt hier förmlich die Glühwürmchen die durch die Luft sausen, das warmes Feuer, den klaren Sternenhimmel mit der kühlen Luft oder wie Laurin mit einem Murmeln auf seiner Handfläche ein tanzendes kugelförmiges Leuchten heraufbeschwört.

Gekonnt schürt Julie Heiland die Neugierde des Lesers, indem sie nicht gleich erläutert, was sich hinter Gedanken und Aussagen der Charaktere verbirgt. Auch wenn der Leser oftmals kurz vor Auflösung des Handlungsstranges selbst auf dessen Ausgang kommen mag, weil die Lösungsansätze zu hilfreich präsentiert wurden, so ändert das nichts an dem Einfallsreichtum der Autorin.

Die Autorin verwendet für Ihren Roman die Ich-Perspektive und schreibt in der Zeitform Präsens. Sie schreibt in erster Linie aus Sicht der Hauptcharakterin Robin.
Wenige Kapitel werden in der personalen Erzählperspektive geschrieben. Hier erfährt man von einem anfangs unbekannten Dritten, von dessen düsteren Gedanken und Plänen.
Hierdurch wird zusätzliche Spannung erschaffen und die Neugierde des Lesers geschürt.

Gerade zum Anfang wird auch durch die Perspektivwechsel zwischen Tauren und Leonen sehr gut deutlich, wie die allgemeine Stimmung völliger Harmonie in Disharmonie umschwänkt. Hier wird der Umgangston rauer, die Farben dunkler und der Schreibstil härter/dominanter.


Fazit:

Bannwald ist Jugendfantasyroman, der auf ganzer Länge überzeugt. Besonders positiv fällt hier der Schreibstil der Autorin auf. Der Leser wird durch die leidenschaftliche Beschreibung, durch actiongeladene Szenen, interessante Ideen beim Entwickeln des Handlungsstranges und der Welt und gut ausgearbeiteten Charaktere in den Roman gezogen. Hier kommt auf jeder Seite Lesefreude auf. Absolut lohnenswert.



Kurzgefasst:


Spannung/Action: 






Liebe: 






Charaktere:






Handlungsstrang: 






Schreibstil:






Im Gesamtpaket: 




1 Kommentar:

  1. Hey Tanja,
    hab es nun auch zu ende gelesen und war leider nicht so begeistert, freue mich aber, dass es dir so gefallen hat. Ich kam mit dem Schreibstil nicht so klar, die vielen kurzen Sätze.....und Robin war mir dann doch zu distanziert, diese Eigenschaft stört mich eigentlich nicht so, hier aber schon...werde mich morgen an die Rezi machen
    Lg Tanja

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